Verlegungsablauf
Die Verlegung der Stolpersteine wird seit 2015 durch die Ulmer Stolperstein-Initiative organisiert. Dazu wird immer ein würdevoller Rahmen mit künstlerischen Beiträgen geschaffen und die Biografien werden von denen, die sie recherchiert haben, vorgestellt. Wenn möglich, gibt es Reden von Angehörigen - einmal sogar durch eine Videoschaltung nach England. In der Regel spricht auch der Ulmer Rabbiner Shneur Trebnik. Bei besonderen Anlässen unterstreichen Reden der Oberbürgermeister die Unterstzützung seitens der Stadt, zuletzt bei der ersten Verlegung für Sinti und Roma im Stadtteil Roter Berg. Es finden jährlich ein bis zwei Verlegungen an 5-7 Orten statt. Durchschnittlich 50-80 Personen nehmen jeweils an der Veranstaltungen teil, manchmal zu Fuß in der Innenstadt, manchmal liegen die Stellen so weit auseinander, dass ein Bus für den Tranfer angemietet werden muss. Die jeweilige Verlegung dauert ca. 20 Minuten - mit Reden, Musik oder Gedichten, einer Schweigeminute und manchmal spontanen Berichten aus dem Kreis der Zuschauer.
Die Auswahl der Steine wird angestoßen von Ideen unserer Mitglieder oder durch Wünsche von Angehörigen, dann erfolgen intensive Recherchen und die Auswahl der Steine. Ein Verlegungstermin und die Formulierung der Inschriften kommen dann vom Büro des Künstlers Gunter Demnig.
Wir werden bei all dem von vielen Seiten in der Stadt unterstützt, von den vielen Spenden aus der Bürgerschaft, mit Tat und Rat seitens des DZOK (Dokumentationszentrum und KZ-Gedenkstätte Ulm) und des Stadtarchivs, sowie insgesamt durch die Stadtverwaltung. Die Vorbereitung der Verlegestellen durch das Bauamt der Stadt läuft seit Jahren sehr professionell.
Die Verlegung wird durch Flyer mit den Biografien und Artikel in der Lokalpresse angekündigt. Die Steine verlegt Gunter Demnig dann an den Stellen, die in den Tagen vorher vom Bauamt vorbereitet wurden. Die Steine markieren den letzten freiwillig gewählten Wohn- oder Wirkungsort der Verfolgten.
Impressionen von Verlegungen

Gunter Czisch, Martin König und Eva Nimrich, Verlegung Zürndorfer, September 2015

